alles mögliche selbst gebastelt

Die neue Terrasse

Nach der Zeitraffer für den Abriss und Aufbau meiner Terrasse, präsentiere ich euch jetzt den ausführlichen Bericht. Wer lieber Filme schaut als liest, kann sich auch das 23 Minuten Video am Ende des Beitrags ansehen. Das darf man aber auch, wenn man gerne liest.

Das Ziel war es die Holzterrasse mit ihren Macken zu entfernen und eine Steinterrasse zu bauen. Auf der Suche nach passenden Steinplatten bin ich bei Hornbach gelandet. Genauer gesagt bin ich über Youtube darauf gestoßen. Dort hat Hornbach unter der Überschrift „Meisterschmiede“ einige Videos zum Thema Terrassenbau eingestellt. In einem wird gezeigt wie Feinsteinzeug Platten auf Stelzenlager verlegt werden. Das System gefiel mir sehr und die Entscheidung war gefallen. Die Terrasse wird mit Feinsteinzeug und Stelzenlager gebaut.

Bei Hornbach werden die Feinsteinzeug Platten „Flairstone“ in verschiedenen Farben angeboten. Ich habe mich für die Farbe Titan entschieden. Die Lieferung hat 6 Tage gedauert und kam per LKW. Die Zeit konnte ich gut nutzen um die alte Terrasse zurückzubauen und den Untergrund für die neue Terrasse vorzubereiten. Gut das ich Urlaub hatte das war doch ne Menge Arbeit.

Beim Abreißen der Terrasse kamen die Schäden an der Unterkonstruktion erst so richtig zum Vorschein. Hier wurde noch mal sehr deutlich das es höchste Zeit war diese zu erneuern.

Hier der Schnelldurchlauf als Zeitraffervideo.

Schon ganz vergessen, kam beim Abbau die noch ältere Terrasse wieder zum Vorschein. Die wurde damals mit 50 x 50 Betonplatten verlegt. Besonders praktisch dabei ist, das dieses genau der Teil der Terrasse ist der nicht neu aufgebaut werden soll.

Den Untergrund für die neue Terrasse vorzubereiten gestaltete sich schwieriger als erst gedacht. Normalerweise würde man etwas ausschachten, mit Schotter und Splitt auffüllen und darauf die Platten bzw. die Stelzen packen. In meinem Fall wäre das aber ungünstig. Der Boden besteht nämlich aus Lehm. Wenn man den auskoffert schafft man sich eine Badewanne und das Wasser würde nicht schnell genug versickern und sich den Weg Richtung Haus suchen. Deswegen habe ich mich dafür entschieden Randsteine zu setzen und mit Sand aufzufüllen. Dort drauf kommt eine Teichfolie. Das ganze hat ein Gefälle vom Haus weg, so dass das Wasser zum Hof ablaufen kann.

Das vorhaben stellte mich aber vor andere Probleme. Die Gehwegplatten, die vom damaligen Fußweg noch am Haus liegen, sind abschüssig vom Haus weg. Der Rest des Hofes ist abschüssig zum Haus hin. Ich habe also kein durchgängiges Gefälle vom Haus weg. Die Lösung für die Randsteine war dann ein Betonsockel. Mit dem konnte ich dann ein durchgängiges Gefälle herstellen. Damit der Sockel auch an Ort und Stelle bleibt, sind in die Erde Stahlstäbe eingeschlagen, die oben noch ein Stück rausschauen.

Die Randsteine wurden dann in ein Betonbett gesetzt und  keilförmig 10 cm hoch einbetoniert. So haben sie später genug Halt um nicht umzukippen. Dafür braucht man eine Menge Beton. Ich habe über 12 Säcke Estrichtbeton verbraucht, den muss man nur mit Wasser anrühren und kann ihn schnell und leicht verarbeiten. Für das Verlegen der Randsteine sollte man sich Schnüre in der richtigen Höhe spannen, um gerade und hoch genug zu verlegen. Die Schnüre waren bei mir auch problematisch denn die Hauswand war nicht wirklich gerade. Wenn man dort mit Rechten Winkeln arbeitet, ist man am Ende schief. Am besten misst man dann die Diagonalen, die gleichlang sein müssen. In dem „Komplett-Video“ geh ich darauf auch noch weiter ein.

Nach den Randsteinen kommt dann Sand rein. Jede Menge Sand. Ein Freund aus dem Dorf hat zufällig gerade seine Sandkiste auflösen wollen. Eine echt große Sandkiste. Die liegt nun unter meiner Terrasse. Aber das reichte noch nicht, so kam die Sandkiste der Kinder dort ebenfalls rein. Aber auch das war zu wenig, und da ist es prima wenn man einen Landwirt als Freund hat. Noch zwei Treckerschaufeln Sand dazu und es war genug. Um das Ganze plan zu bekommen, muss man Stangen in den Sand legen und ausrichten. Auf diesen kann man dann mit einer Richtlatte den Sand abziehen. Anschließend kann die Teichfolie drüber. Die wird einfach nur drauf gelegt. An der Hauswand ist ebenfalls ein Stück Teichfolie damit der Sand keinen direkten Kontakt mit der Wand hat.

In der Zwischenzeit ist auch das Material von Hornbach angekommen. Eine Palette Feinsteinzeug und drei Kartons Stelzenlager. Die Verpackung der Platten zeigt schon, das es sich hier nicht um Billigware handelt. Es sind immer zwei Platten in einem Karton. Zwischen den Platten sind noch zwei Streifen, irgendwie sowas wie Plastik, damit diese sich gegenseitig nicht verkratzen können.

Die Stelzenlager werden auf Platten geschraubt um einen besseren Stand zu haben. Ich habe im Internet bei Kleinanzeigen geschaut wer alte Gehwegplatten verschenkt. Dort bin ich fündig geworden und habe 35 Randsteine bekommen. Diese habe ich dann stumpf in der Mitte noch mal durchgebrochen um genug „Untersetzer“ für die Lager zu haben. Die Lager werden mit drei Schrauben an den „Untersetzern“ festgeschraubt. Normalerweise macht man das erst wenn die Feinsteinzeugplatten oben drauf liegen. Dann hat man es einfacher die Stelze zum Ausrichten zu verschieben. Da ich aber Teichfolie benutzt habe wollte ich die mit Bohren nicht durchlöchern. Also wurden die Stelzen mit den Platten schon vorher verheiratet. Das Ausrichten der Lager ist durch die Teichfolie aber auch sehr leicht. Wenn man Splitt als Untergrund hat ist es einfacher wenn man die Lager nicht vorher festschraubt.

Hier die Zeitraffer für den Aufbau der Terrasse:

Das Einstellen der Stelzenlager ist wirklich kinderleicht. Ankommen tun die Teile völlig eingeschraubt. Man sollte sie also vor dem Verarbeiten erst mal auf 10 cm Gesamthöhe rausschrauben. Denn nur so kann man später die Höhe verändern, also nicht nur nach oben sondern auch nach unten korrigieren. Auf den Stelzen sind Abstandshalter drauf, die ggf. teilweise oder ganz abgebrochen werden müssen. Am Rand bricht man zwei gegenüberliegende Teile weg, in den Ecken alle. Ansonsten bleiben die Abstandshalter alle dran. Warum das so gemacht werden muss, wird im Komplettvideo am Ende des Artikels deutlich (bei Minute 13).

Liegen die Platten erst mal auf den Lagern drauf, kann man die Lager kinderleicht durch drehen des Ringes in der Mitte höhenverstellen. So hat man die Platten blitzschnell in Waage. Was auch total praktisch ist das man einen Hohlraum unter den Platten hat. Dort kann man leicht und einfach die Stromkabel verlegen die zu den Lampen und Steckdosen gehen und man kommt jederzeit leicht wieder unten ran.

Hier das komplette Video vom ab und wieder aufbau:

Fazit: Von den Terrassenplatten bin ich sehr begeistert. Alle Platten waren ohne Mängel, die Qualität ist hervorragend. Sehr rutschfeste Oberfläche ohne das es die Optik stört. Die Stelzen sind eine gute Alternative zum Platten direkt auf dem Boden legen. Das Einstellen ist kinderleicht. Den Hohlraum unter den Platten kann man gut zum Verlegen von Kabeln verwenden. Schneller verlegen lassen sich die Platten damit meiner Meinung nach aber nicht. Die Stelzen müssen jeweils mit 3 Schrauben befestigt werden und der Untergrund muss genau so wie bei „herkömmlicher“ Verlegung vorbereitet werden. Allerdings verzeihen die Stelzen Unebenheiten im Untergrund leichter, da man einfach die Höhe der Stelze anpassen kann. Überzeugt hat mich das System auf jeden Fall, es ist allerdings auch ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Als nächstes kommen die Balken und die Palisaden wieder dran. Dazu dann mehr in einem anderen Artikel.

7 Antworten auf Die neue Terrasse

  • Patrick sagt:

    Hallo,

    finde ich super, dass du sowas selber bauen kannst. Das kostet allerdings wahrscheinlich viel Zeit oder? Baust du das alles alleine? Gibt es da nicht auch Dinge, bei denen man Hilfe benötigt oder kannst du das durch gutes Werkzeug bzw. durch spezielle Maschinen wieder wett machen?

    Grüße
    Pat

    • admin sagt:

      Ja, Bauen kostet durch aus mal Zeit. Aber das ist ein schöner Ausgleich zum Büro-Alltag. Das meiste mache ich alleine. Da muss man hin und wieder mal die helfende Hand Improvisieren. Gutes Werkzeug macht sich da immer bezahlt.

  • Sebastian sagt:

    Hallo, ich wäre niemals auf deinen Blog gestoßen, wenn ich nicht nach den Flairstone Terrassenplatten von Hornbach gesucht hätte. Ich habe mir dein Projekt gründlich durchgelesen und bin wirklich fasziniert von deiner Arbeit und der Terrassenplatten. Ich habe ein ähnliches Projekt vor undzwar will ich auf meiner Dachterrasse ebenfalls Feinsteinzeug auf Plattenlagern / Stelzlagern verlegen.
    Ich hätte dazu allerdings noch ein paar Fragen. Gerne per Mail. Danke

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